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Der Mann, der Bäume pflanzte

by admin on Oktober 9, 2011

Der Mann, der Bäume pflanzte (franz. Titel: „L’homme qui plantait des arbres“) ist eine Kurzgeschichte des französischen Autors Jean Giono aus dem Jahr 1953. Die Erzählung spielt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und handelt von den langwierigen aber erfolgreichen Bemühungen eines Schäfers, eine karge Berggegend in der Provence wieder aufzuforsten.
Die Geschichte wird aus Sicht eines Mannes erzählt, der im Jahre 1910 (damals 22-jährig) alleine eine Wanderung durch das karge Bergland der Provence unternimmt. Auf der Suche nach Wasser, das ihm ausgegangen war, trifft er per Zufall einen 55-jährigen Schafhirten. Dieser gibt ihm zu trinken und lässt ihn in seiner Hütte übernachten. Neugierig geworden, was diesen Mann dazu bewegt hat, ein solch einsames Leben zu führen, bleibt der junge Mann einige Tage bei ihm.
Elzéard Bouffier, so der Name des Schäfers, hat sich für ein Leben in der Einsamkeit entschlossen, nachdem er Frau und Sohn verloren hatte. Als er erkannte, dass die ganze Gegend aus Mangel an Bäumen absterben werde, entschloss er sich, etwas dagegen zu unternehmen und säte seitdem Bäume.
Nach dem Ersten Weltkrieg, zu dem der Erzähler eingezogen war, unternimmt er aus Bedürfnis nach frischer Luft wieder eine Wanderung in der Gegend und trifft auch wieder auf den Schäfer, der seiner Tätigkeit des Bäumepflanzens weiterhin unbeirrt nachgeht. Mehrmals noch im Laufe der Jahre besucht der Erzähler Elzéard Bouffier und kann das Wachstum des Waldes und die Veränderung der Landschaft, die damit einhergeht erleben: es gibt wieder Wasser in den Brunnen und Menschen kehren in die ehemals verlassenen Dörfer zurück. Über vier Jahrzehnte pflanzt Bouffier Bäume, wechselt dazwischen seinen Beruf vom Schäfer zum Imker, da die Schafe seine Pflanzungen gefährden. Auch von den Menschen, die nichts von der Arbeit Bouffiers wissen, wird der Wald gefährdet. Doch liegt dieser zu abgelegen, als dass den Pflanzungen großer Schaden zugefügt werden könnte.

Die Geschichte ist so ergreifend, dass viele Leser glauben, Elzéard Bouffier sei eine wirkliche historische Figur, der Erzähler sei der junge Jean Giono selbst und deshalb die Geschichte Teil seiner Autobiografie. Sicherlich, Jean Giono lebte zu dieser Zeit. Solange er lebte, genoss er es, wenn Leute glaubten, die Geschichte sei wirklich, und hielt dies für eine Folge seiner Fähigkeit. Seine Tochter, Aline Giono, beschrieb die Geschichte als „eine Familiengeschichte für eine lange Zeit“.
Jedoch schrieb Giono selbst im Jahr 1957 in einem Brief an den Wasser- und Forstverantwortlichen der Stadt Digne: „Ich bin traurig, Sie zu enttäuschen, aber Elzéard Bouffier ist eine erfundene Persönlichkeit. Das Ziel bestand darin, die Liebe zum Baum zu fördern, oder genauer, die Liebe zum Pflanzen von Bäumen zu entfachen (was von jeher eine meiner teuersten Ideen ist).“

Gionos Buch hat viele real-existierende Menschen in der ganzen Welt dazu inspiriert, es ihm gleich zu tun.
(Informationen aus Wikipedia)


Der Buch wurde 1987 von Frédéric Back als Zeichentrickfilm adaptiert. Der Film gewann einige Auszeichnungen, u.a. den Academic Award for Best Animated Short Film.

Der Mann, der Bäume pflanzte – Der Film


 

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